Pawis
Je enger die Herkunft, je höher die Qualität, diesem Versprechen verpflichtet, werden im Weingut Pawis die Lagennamen nur für die besten Weine verwendet.
Der Anspruch ist es, nicht nur guten Wein zu machen sondern das Ganze möglichst nachhaltig zu tun.
Dies ist ein immerwährender Prozess, der immer fortgeschrieben wird, an dem man ständig nacharbeiten kann.
Weinbau ist immer ein Generationenprojekt – viele der Weinberge, die heute vom Weingut Pawis bewirtschaftet werden, lassen sich bis ins Mittelalter nachweisen. Die Reben, die heute gepflanzt werden, sollen auch den Kindern noch erhalten sein.
Voraussetzung dafür ist ein gesunder Boden und intakte Ökosysteme, die durch artenreiche Begrünung und die Erhaltung und Anlage von Randstrukturen und Streuobstwiesen gefördert werden.
Einen besonderen Beitrag leisten außerdem die Trockenmauern der historischen Terrassenweinberge. Diese fortwährend zu sanieren ist ein besonderes Anliegen.
Der denkmalgeschützte Gutshof wurde zwischen 2005 und 2007 aufwändig saniert.
Dabei entstand eine Symbiose aus geschichtsträchtiger Bausubstanz und moderner Keller- und Energietechnik, die heute als Grundlage für die Arbeiten dient.
Der Keller ist ins anstehende Kalkgestein eingelassen und mit einer Dachbegrünung versehen, was ganzjährig für einen Temperaturausgleich sorgt. Außerdem wird ein effizientes Heizsystem mit Kraft-Wärme-Kopplung und Photovoltaik genutzt. Regenwasser auf den Dachflächen wird in der ehemaligen Zisterne gesammelt und für die Bewässerung der Bepflanzung des Hofs genutzt.
In Produktion und Vermarktung sind viele Maßnahmen zur Ressourcenschonung implementiert. Dazu zählen u.a. die konsequente Verwendung von Leichtglas-Flaschen und ein großer Anteil an Direktvermarktung bei Veranstaltungen und in der Straußwirtschaft, wodurch Transportemissionen erheblich verringert werden können.
Außerdem wird Wert gelegt auf langfristige Arbeitsverhältnisse mit fairer Bezahlung, der Möglichkeit von Teilzeitbeschäftigung und der Vermittlung von Know-How bei der Berufsausbildung.
Herbert und Irene Pawis kauften 1961 eine kleine Weinbergshütte in den Freyburger Ehraubergen, die ihr neues zu Hause werden sollte. Die Hütte befand sich inmitten einer Terrasse des Freyburger Edelackers. Die jungen Eheleute legten dort einen Weinberg an, die Trauben wurden in der Freyburger Winzergenossenschaft abgegeben. Der Ursprung des heutigen Weinguts war gesät.
In den 1980er Jahren schloss Bernard Pawis seine Ausbildung zum Winzer ab, gefolgt von einem Gartenbaustudium in Erfurt, bei dem sich Kerstin und Bernard kennenlernten. Die dabei erworbenen Kenntnisse wurden natürlich direkt in der Praxis genutzt – ein Teil der Ernte des kleinen Weinbergs wurde einbehalten, um daraus die ersten eigenen Weine zu keltern. Zu DDR-Zeiten war das eine wahre Rarität, sodass sich die weinseligen Runden unter Freunden und Verwandten großer Beliebtheit erfreuten.
Nach der Wiedervereinigung wagten Herbert und Irene den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten 1991 das Weingut. Von einem halben Hektar Rebfläche wurden etwa 2500 Flaschen Wein produziert. Als besondere Spezialität galt damals der Grauburgunder, Lieblingswein von Herbert Pawis. Ein Großteil der Weine wurde direkt im Weinberg getrunken, im parallel gegründeten Weinausschank Pawis.
1997 erfolgte der Ausbau des Weinausschanks. Parallel dazu konnte die Rebfläche auf 2 ha erweitert werden.
1999 wurde in der Lauchaer Straße in Freyburg eine neue, moderne Kellerei errichtet. Es wurden Rebflächen, u.a. in den Freyburger Terrassen, hinzugepachtet und der Rebsortenfokus verlagerte sich stärker zum Riesling.
Der neue Standort verfügte über zahlreiche Neuerungen – eine pneumatische Presse, gekühlte Edelstahltanks, Barriquefässer aus Eichenholz. Die Weinqualität konnte nochmals gesteigert werden.
Bernard und Kerstin Pawis waren von nun an voll und ganz für die Geschicke des Weinguts zuständig. Der Weinausschank in den Ehraubergen wurde, nach dem frühen Tod von Irene, von Herbert Pawis fortgeführt.
2001 konnte mit den Rieslingen des 2000er Jahrgangs das Finale des renommierten Riesling Erzeuger Preis erreicht werden – ein Meilenstein als erstes Weingut der neuen Bundesländer. Auf Grundlage der Entwicklung des Betriebs und der Qualitäten der Weine erfolgte ebenfalls im Jahr 2001 die Aufnahme in den Verband deutscher Prädikatsweingüter VDP, der als prestigeträchtigster Weinerzeugerverband Deutschlands gilt.
2001 wurde auch eine Rebfläche mit alten Weißburgunderreben im Freyburger Schweigenberg übernommen sowie eine Parzelle mit Grauburgunder aufgerebt. Außerdem wurde eine Rebfläche in den Freyburger Prömmern übernommen.
2003 konnte nochmals das Finale des Riesling Erzeugerpreises erreicht werden.
2003 wurde zudem eine Rebfläche oberhalb des Schweigenbergs aufgerebt.
Bis 2005 konnte die Rebfläche v.a. stetig erhöht werden, da die Nachfrage bundesweit stark zunahm. Der Standort in der Lauchaer Straße kam mit nunmehr 12ha an seine Kapazitätsgrenzen, sodass ein neuer Standort für das Weingut gesucht wurde. Die Wahl fiel auf ein aufgelassenes Rittergut im Ortsteil Zscheiplitz. Parallel dazu wurde das Lagenportfolie um eine Rebfläche im Zscheiplitzer Himmelreich bereichert.
2007 erfolgte der Umzug nach Zscheiplitz mit dem gesamten Betrieb. Das Weingutsgebäude wurde umfassend saniert, eine neue Kellerei mit zwei Etagen gebaut.
2009 erfolgte der Kauf eines zweiten Gebäudes auf dem Gutshof, das heutige Brunnenhaus.